Da es keine allgemein gültige Systematik der Edelsteinschliffe gibt, sind in der Literatur unterschiedliche Gliederungsversuche zu finden.
Eine Unterscheidung nach Schliffarten und Schliffformen ist aber möglich.

Schliffarten

Geht man vom optischen Eindruck der geschliffenen Edel- und Schmucksteine aus, sind 3 Haupttypen der Schliffarten erkennbar:

  • Der Facettenschliff erhält seinen Charakter von einer Vielzahl kleiner Flächen, den Facetten. Er wird vornehmlich bei durchsichtigen Steinen angewendet. Die meisten Facettenschliffe lassen sich auf zwei Grundtypen zurückführen, auf den Brillantschliff mit rundem Grundriss und auf den Treppenschliff mit eckiger Form. Beispiele für den Facettenschliff: Brillantschliff, Smaragdschliff, Prinzessschliff
  • Der Glattschliff kann plan (eben), muglig (gewölbt) als sog. Cabochon oder als Kugel ausgeführt werden. Keine Facetten unterbrechen die gleichmäßige Steinfläche.
  • Der gemischte Schliff ist eine Mixtur aus Facetten- und Glattschliff. Auf dem oberen oder unteren Teil trägt der Edelstein Facetten, auf dem anderen ist er glatt, rundlich oder eben. Facetten- und Glattschliff angewendet werden auch kombiniert verwandt.

Schliffformen

Von den Grundtypen der Schliffarten, gibt es eine Fülle abgeleiteter Formen. Diese Schliffformen können gemäß den klassischen Maßen rund, oval, kegelartig, quadratisch (Carre), rechteckig (Baguette), dreieckig (Triangel) und vieleckig sein. Die Zahl weiterer, reiner Phantasieformen wird laufend ergänzt.

Baguetteschliff

Das Wort "Baguette" stammt aus dem Französischen und bedeutet kleiner Stab oder Stäbchen.

Eine rechteckige Steinschliffform in verschiedenen Größen, bei der um die Tafel zwei Kränze von langgestreckten Facetten treppenartig liegen, dessen lange Seite mindestens dreimal länger ist als die schmale. Diese Schliffform wurde um 1925 in Paris zunächst nur für Diamanten verwendet, später auch für andere Steine. Diese Schliffart wird ausschließlich bei lichtdurchlässigen Steinen verwendet. diese Art nur durchsichtige Steine. Besonders lange und schmale Baguettesteinschliffe werden auch Langcarrée oder Senale genannt.

Brilliantschliff

Ein runder Edelsteinschliff mit 57 Facetten- 32 Facetten im Oberteil, 24 Facetten im Unterteil und 1 Tafelfacette. Ist die Spitze abgeschliffen (Kalette), dann spricht man von 58 Facetten. Diese Schliffart verspricht nach mathematischer Berechnung die größte Brillanz eines Steins. Der Brillantschliff wurde erstmals 1916 in Amerika vom Diamantschleifer Tolkowski präsentiert. Durchsichtige und hochlichtbrechende Steine werden mit dieser Schliffart versehen.

Carreeschliff

Die Grundform ist rechteckig und die Ober- und Unterseite sind durch Rundiste ( Bezeichnung für die Kante zwischen Ober- und Unterseite eines geschliffenen Steins) getrennt.

Kissenschliff

Schliffe mit quadratischem Umriss werden als Kissenschliff bezeichnet. Sein Vorläufer ist das "Dreifache Gut" mit 32 Facetten und einer Tafel auf dem Oberteil und 24 Facetten auf dem Unterteil. Zusätzlich stumpft eine kleine Fläche die Unterteilspitze ab.

Navetteschliff

Beim Navetteschliff, auch "Schliffchen" genannt, ist die Fasson spitzelliptisch, d.h. spindel- bzw. schiffchenförmig. Da Marquise Jeanne de Pompadour, die Mätresse von König Ludwig XV., den Navetteschliff bevorzugt haben soll, wird diese Schliffart auch Marquisenschliff genannt.

Ovalschliff

Diese Schliff kommt dem Brillantschliff am nächsten, er ist eigentlich eine Variante des Rundschliffs (Brillantschliff). Er lässt den Stein gleichen Karatgewichtes größer erscheinen als im Rundschliff. Die längliche Form verleiht ihm einen ganz speziellen Glanz.

Princessschliff

Eine der aufwendigsten Schliffarten mit 144 Facetten. Eine quadratische Modifizierung eines Brillantschliffs. Diese Schliffform hat 63 Facetten im Oberteil, 32 im Unterteil, 48 an der Rondiste (liegender Teil bei Edelsteinen) und 1 Tafelfacette (große Mittelfacette des Oberteils)

Smaragdschliff

Eine Schliffart mit stumpfeckiger, treppenförmiger Form. Der Schliff ist als Treppe mit 56 Facetten und 1 Tafel angelegt. Wegen der Sprödigkeit ist diese Schliffart besonders beim Smaragd empfohlen, wird aber auch bei anderen Edelsteinen angewendet.

Tropfenschliff

Pendeloque (abgeleitet aus dem Französischem "Pendule" ; bedeutet Pendel ) ist die fachliche Bezeichnung für einen in "Tropfenform" facettiert geschliffenen Stein.

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